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Aktionstag zur Wirbelsäule

Aktionstag zur Wirbelsäule
Chefarzt Dr. Patrick A. Weidle führt am Modell vor, wie unter der 3D-Navigatior-Technik des O-Arms (hier nur der Navigator-Bildschirm des Geräts) eine Schraube millimetergenau in den Wirbelkörper eingebracht wird. FOTO: privat
Niederrhein. Viele Besucher kamen mit chronischen Leiden und erhofften sich eine Empfehlung für eine Behandlung: Der Aktionstag „Wirbelsäulentherapie zum Anfassen“ im Krankenhaus Neuwerk war ein voller Erfolg. Von Alexander Ruth

Der Besucherandrang betätigte es: Rückenschmerzen sind ein Volksleiden und der Informationsbedarf ist immer wieder groß. Der Aktionstag „Wirbelsäulentherapie zum Anfassen“ im Krankenhaus Neuwerk bot in diesem Jahr eine Mischung aus theoretischen Vorträgen und praktischen Übungen, speziell bei Wirbelsäulenerkrankungen: Hier lag der Schwerpunkt auf der konservativen Therapie. Chefarzt Dr. Patrick A. Weidle stellte mit einer Demo-OP einen Teil des so genannten O-Arms vor. Dieses 3D-Navigation-Gerät mit integrierter dreidimensionaler Darstellung ist das Herzstück bei der operativen Therapie.

Viele Besucher kamen mit chronischen Leiden und erhofften sich eine Empfehlung für eine Behandlung, die ihnen die Schmerzen nimmt, so wie bei Helga Offermanns: „Ich habe einen dreifachen Bandscheibenvorfall erlitten, aber bisher hat mir niemand helfen können. Deswegen möchte ich mich hier über die Therapiemöglichkeiten informieren.“ Diesen Überblick erhielt die Besucherin in verschiedenen Vorträgen, die sich sowohl der Anatomie der Wirbelsäule, als auch speziellen Beschwerden wie zum Beispiel dem Hexenschuss widmeten. In der kleinen praktischen Einheit, die Kirsten van Bracht vom savita Gesundheits- und Bewegungszentrum anleitete, konnten die Gäste die physiotherapeutischen Empfehlungen direkt ausprobieren.

Das Highlight des Nachmittags war die Demo-OP: Fasziniert waren die Besucher von der computergesteuerten Technik des O-Arms, die eine hochpräzise Operation an der Wirbelsäule ermöglicht. „Mittels einer dreidimensionalen Röntgenkontrolle während der OP, ist eine Fehllage von eingebrachten Schrauben nahezu ausgeschlossen und spätere Korrekturoperationen somit nicht mehr notwendig“, so Dr. Weidle. Die Strahlendosis sei sowohl für den Patienten als auch für das OP-Team auf ein Minimum reduziert. Anschaulich demonstrierte Weidle, dass eine Operation an der Wirbelsäule eine gleichzeitig handwerkliche wie extrem feinmechanische Tätigkeit ist, die für eine Top-Güte jahrelange Erfahrung voraussetzt. Er habe innerhalb von 15 Jahren als Operateur mehrere Tausend Schrauben gesetzt. Vor den Augen der Besucher montierte Weidle die Schraube in den Demo-Wirbelkörper, sie selbst konnten die Aktion auf dem Bildschirm verfolgen – ganz genau so, wie es im Operationssaal praktiziert wird.

Parallel dazu bot eine Ausstellung Behandlungsmaterialien wie künstliche Wirbelkörper, Schrauben oder Stützkorsette zum Betrachten und zum Anfassen.

(Report Anzeigenblatt)