| 13.12 Uhr

Die Eisenzeit zum Anfassen

Die Eisenzeit zum Anfassen
Reges Treiben im Eisenzeitdorf beim Tag der Archäologie des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege in Titz-Höllen. Außendienststellenleiter Dr. Udo Geilenbrügge (l.) und Josef Franzen (örtlicher Ausgrabungsleiter) sind sichtlich zufrieden. FOTO: Heinz-Gerd Wöstemeyer
Titz. In kleinen Gruppen können Schul- und Vorschulkinder beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland in der Außendienststelle Titz-Höllen Archäologie erleben. Ein rekonstruiertes Dorf aus der Eisenzeit ist die perfekte Umgebung, um auf praktische Weise das Leben von vor zweieinhalbtausend Jahren kennenzulernen. Von Heinz-Gerd Wöstemeyer

Eine vollständige Hofanlage aus der Eisenzeit, rekonstruiert nach einem Originalfund aus dem Oberlauf des Köhmbachs bei Garzweiler, zieht in Titz-Höllen immer wieder Besucher, besonders Schulklassen an. Das Arbeitsgebiet der Außenstelle Titz des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland ist die „Braunkohlenarchäologie“. In ganzjährigen Grabungsarbeiten untersuchen die hier tätigen Wissenschaftler die durch den Braunkohleabbau verursachte Verlustfläche. Durch archäologisch verwertbare Funde sollen möglichst viele wissenschaftliche Erkenntnisse für die Nachwelt erhalten werden, die sonst für immer im Schaufelrad des Baggers verschwinden würden.

Die sechs rekonstruierten Häuser der Eisenzeit, neben dem Wohngebäude ein Getreidespeicher, Ställe und Werkgebäude, wurden im Jahr 2000 von Mitarbeitern der Außendienststelle originalgetreu nachgebaut. Josef Franzen, örtlicher Ausgrabungsleiter, gehörte zu den Initiatoren der Gruppe. Er erinnert sich: „Wir waren alle begeistert von dem Experiment, nach den Baumethoden und mit Materialien und Werkzeugen der Eisenzeit die Häuser aufzubauen.“ Franzen erklärt: „Mit dieser ‚experimentellen Archäologie’ können wir Theorien über Baumethoden, die Haltbarkeit der natürlichen Materialien und damalige Siedlungs- und Lebensweisen überprüfen.“ Und zudem erhalten interessierte Bürger ein anschauliches Bild von einer lange vergangenen Zeit, etwa in Workshops für kleinere Gruppen oder beim alljährlichen „Tag der Archäologie“.

(Report Anzeigenblatt)