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„Es sind keine Simulanten“

„Es sind keine Simulanten“
Ein Gespräch in der neuen Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Klinik. FOTO: LVR-Klinik
Kreis Viersen. Mit dem Beginn des Jahres ist in der LVR-Klinik Viersen die Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an den Start gegangen. Damit wird die Klinik der großen Nachfrage gerecht. Von Claudia Ohmer

Seit Monaten leidet der Patient unter Schwindel, Herzrasen und Kopfschmerzen. Den unterschiedlichsten Untersuchungen und Abklärungen hat er sich unterzogen. Körperlich und organisch ist keine Ursache für die Beschwerden zu finden. Fälle wie diesen kennt Dr. Ljiljana Joksimovic nur zu gut. Sie ist Chefärztin der neuen Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in der LVR-Klinik Viersen. „Der Leidensdruck ist enorm groß. Neben den Schmerzen ist besonders belastend, dass man in manchen Fällen nicht ernst genommen wird. Das kann die Symptome sogar verstärken“, erklärt sie.

Generell sei das Verständnis, das Menschen entgegengebracht wird, die unter psychosomatischen Beschwerden leiden, gestiegen. „Ganz klar festzuhalten ist: Die Patientinnen und Patienten sind keine Simulanten. Nachweislich haben sie Schmerzen und bilden sich die Beschwerden nicht ein“, stellt Joksimovic klar. Die Palette bei psychosomatischen Leiden sei breit gefächert – so breit wie bei allen somatischen, also körperlich bedingten Beschwerden. Das reicht von Schmerzen über Magen-Darm-Probleme, Schwindel und Sehprobleme bis hin zu Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Aufeinander abgestimmt kommen bei der Behandlung multimodale und -methodale Therapien, eine störungsspezifische Gesprächs-Psychotherapie sowie kreativ- und sozialtherapeutische Verfahren zum Tragen. Die durchschnittliche Verweildauer der Patientinnen und Patienten liegt zwischen sechs und zwölf Wochen. Von besonderer Bedeutung ist für das Team von Dr. Ljiljana Joksimovic, dass den Patientinnen und Patienten ein fließender Übergang von der stationären Behandlung in den Alltag zurück hin gelingt. So wird für eine ambulante Weiterbehandlung gesorgt, und auch bei der Organisation anderer notwendiger Anschlussbehandlungen wird Unterstützung geboten.

In der neuen Abteilung der LVR-Klinik Viersen wird das gesamte Spektrum der psychosomatischen Erkrankungen behandelt. Die Abteilung ist im Haus 30 der Klinik an der Johannisstraße 70 in Viersen beheimatet. Sie verfügt über zwei Einzel- und neun Doppelzimmer.

(Report Anzeigenblatt)
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