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Schönster Tag im Leben

Schönster Tag im Leben
Inmitten historischer, niederrheinischer Hochzeitskleidung (v.l.): Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich, Museumsleiterin Anke Petrat und Kuratorin Dominique Walraevens. FOTO: Kreis Viersen
Kreis Viersen. Das Anstecken der Ringe, der erste Kuss nach dem „Ja“ und das Werfen des Brautstraußes: Dies sind nur drei der nahezu unzähligen Bräuche rund um die formelle Eheschließung. Das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen widmet dem „schönsten Tag im Leben“ mit all seinen Facetten eine Sonderausstellung. Von Lutz Schütz

„Drum prüfe wer sich ewig bindet – eine Kulturgeschichte der Hochzeit im Wandel der Zeit“ ist noch bis zum 3. Februar zu sehen in den Ausstellungsräumen der Dorenburg, Am Freilichtmuseum 1 in Grefrath. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos. Die Gäste bezahlen allein den regulären Museumseintritt.

„Gleich drei Gründe machen das Thema so spannend: Zum einen ist es ein wichtiges Ereignis im Leben. Zweitens gibt es viele Bräuche, Rituale und Aspekte zu untersuchen. Und drittens ist es interessant zu sehen, wie sich Hochzeiten im Laufe der Jahrhunderte verändert haben,“ sagt Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich.

„Wir nehmen die Besucher mit auf eine Reise in die Welt der Hochzeiten früher und heute“, sagt Dominique Walraevens. Die wissenschaftliche Volontärin des Freilichtmuseums hat mit „Drum prüfe wer sich ewig bindet“ ihre erste Ausstellung kuratiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte der bäuerlichen Gesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts. Immer wieder zieht die Ausstellung Vergleiche in die heutige Zeit. Zu sehen sind rund 150 Exponate. Ältestes Ausstellungsstück ist eine Erstausgabe von Martin Luthers Werk „Vom ehelichen Leben“ aus dem Jahr 1522.

„Natürlich gibt es bei diesem Thema einige schöne und rührende Geschichten zu den Ausstellungsstücken“, sagt Museumsleiterin Anke Petrat. Wie die Geschichte zu einem Brautkleid aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, in dem gleich sieben Bräute aus Mönchengladbach geheiratet haben.

Die Ausstellung umfasst drei Räume. Im ersten geht es um die Zeit vor der Hochzeit: Ums Kränzen der Haustüre, die Verlobung und das Kennenlernen des späteren Partners.

Im zweiten Raum geht es um den Tag der Eheschließung. Historische Ringe sind ebenso ausgestellt wie ein Aussteuerschrank. Ein Tanzboden samt Musik lädt in der Ausstellung zum Walzertanzen ein. Eines der ältesten Ausstellungsstücke ist das Grefrather Kirchenbuch von 1683. Darin sind die Eheschließungen der Jahre 1683 bis 1796 vermerkt. Ein Hingucker sind zwölf Hochzeitsroben: drei Kombinationen für den Bräutigam und neun Brautkleider aus den Jahren 1900 bis 1999.

Der dritte Raum ist der Zeit nach der Hochzeit gewidmet. Bevor Fotografien die breite Bevölkerung erreichten, erinnerten so genannte Kastenbilder an den Hochzeitstag. Dies waren dreidimensional gestaltete Holzrahmen mit den Namen, Hochzeitsdatum, einem Segensspruch und einem Myrtenkranz.

Die Ausstellung schließt mit den Ehejubiläen: der Silbernen, Goldenen und Diamantenen Hochzeit. Ausgestellt ist etwa ein Silberhochzeitskleid.

(Report Anzeigenblatt)