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Mücken: Gefahr im Anflug

Mücken: Gefahr im Anflug
Dank des Klimawandels tritt jetzt auch die Asiatische Tigermücke bei uns auf. FOTO: Colourbox/smuay
Niederrhein. Die Rekordtemperaturen im Mai haben für eine rasche Vermehrung der Mücken gesorgt – und die sind derzeit richtig aggressiv. Wenn die Zweiflügler unser Blut anzapfen, ist das aber nicht nur extrem lästig, sondern unter Umständen auch gefährlich. Von Lutz Schütz

Denn mit jedem Stich können Erreger übertragen werden, die oft die Ursache für starke Schwellungen und schwere Entzündungen sind. Diese können sich noch verstärken, wenn die Stiche aufgekratzt werden. Keime gelangen unter anderem durch Umweltgifte, die die Mücken aufnehmen, oder durch Bakterien von tierischem Kot in den Körper. Wissenschaftler wiesen hierzulande außerdem vereinzelt Mücken nach, die Borreliose-Erreger sowie das Sindbis-Virus in sich trugen, das Fieber und Gelenkentzündungen auslösen kann.

Darüber hinaus werden immer mehr fliegende Exoten eingeschleppt, die sich dank des Klimawandels auch hierzulande allmählich heimisch fühlen – etwa die Asiatische Tigermücke. Laut Experten kann diese Art unter anderem das Dengue-, das Gelbfieber- und das Zika-Virus übertragen. 2016 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 950 Fälle von Dengue-Fieber gemeldet – so viele wie noch nie. Bisher haben sich die Betroffenen im Ausland infiziert. Doch wenn sich die exotischen Mücken weiter ausbreiten und tropische Erreger aufgrund der zunehmend milderen Temperaturen immer besser gedeihen, ist Wissenschaftlern zufolge auch hierzulande eine Ansteckung künftig nicht auszuschließen.

Ein Grund zur Panik besteht trotzdem nicht, da bislang nur wenige Mücken in Deutschland gefährliche Erreger übertragen“, sagt Thomas Seidel von der Kaufmännischen Krankenkasse in Krefeld. Wer folgende Ratschläge beachtet, kann sich die Plagegeister ganz gut vom Leib halten:

· Mückenschutzmittel auf die Haut auftragen.

· Auf stark riechende Parfums und Kosmetika verzichten.

· Helle, lange Kleidung aus dicht gewebtem Stoff tragen.

· Fliegengitter und Moskitonetze nutzen.

· Mückenstecker anbringen. Aber Vorsicht: Diese strömen Pestizide aus, deshalb ist regelmäßiges Lüften ein unbedingtes Muss!

· Vor einer Auslandsreise rechtzeitig beim Arzt erkundigen, welche Impfungen es gegen von Mücken übertragene Krankheiten gibt und wann diese notwendig sind. In einigen Ländern ist etwa eine Gelbfieber-Impfung Voraussetzung für die Einreise. Malaria kann man mit einer medikamentösen Behandlung vorbeugen.

· Schwangere sollten vor allem Länder wie Brasilien meiden, in denen das Zika-Virus grassiert. Eine Infektion kann Fehlbildungen bei Ungeborenen zur Folge haben. Einen Impfstoff zum Schutz gibt es nicht.

„Hat eine Mücke zugestochen, auf keinen Fall kratzen, da es sonst zu einer bakteriellen Infektion kommen kann“, rät Thomas Seidel. „Wird die Hautpartie um den Stich herum dick und heiß, ist stark gerötet oder schmerzt, unbedingt einen Arzt aufsuchen.“ Das gilt auch, wenn nach Mückenstichen während oder nach eines Urlaubs in Risikogebieten hohes Fieber und Begleitsymptome auftreten.

(Report Anzeigenblatt)