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Gestörter Rhythmus, gestörte Verdauung

Gestörter Rhythmus, gestörte Verdauung
Ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus ist wichtig für die innere Uhr – und eine funktionierende Verdauung. FOTO: djd/Sanofi/Dulcolax
(djd). Wie unsere innere Uhr die regelmäßige Verdauung beeinflusst. Von Lutz Schütz

Herzschlag, Atmung, Verdauung – die meisten Vorgänge im Körper folgen einem natürlichen 24-Stunden-Rhythmus. Und diese innere Uhr schläft nie: Während des Schlafs stabilisiert sich das Immunsystem, Zellen werden repariert und die Verdauung reorganisiert, um am Tag wieder bereit für äußere Einflüsse zu sein. Kommt dieses System durch einen gestörten Schlaf aus dem Takt, kann das Folgen für die Verdauung haben.

Nach dem Takt der inneren Uhr produziert unser Körper unentwegt Hormone, darunter die an Hunger, Sättigung und Verdauung beteiligten Hormone Ghrelin, Leptin, Orexin, Insulin und Cortisol. Auch der Darm folgt seinem Rhythmus: Während seine Aktivität besonders in den Morgenstunden zunimmt, ist sie im Laufe der Nacht reduziert. Kommt dieser innere Takt durch einen unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander – etwa aufgrund von Jetlag, Schlafstörungen oder Schichtarbeit – kann das Probleme wie Übergewicht oder Reizdarm begünstigen sowie auch einen unregelmäßigen Stuhlgang hervorrufen. Wie eine aktuelle Studie zeigt, können Schlafprobleme zudem auch die Beschwerden einer Verstopfung noch verstärken. Und das bedeutet für Betroffene oft weit mehr als nur ein Problem ungeregelten Stuhlgangs. Denn unter Verstopfung und den damit verbundenen Symptomen wie hartem, schmerzhaftem Stuhlgang oder dem Gefühl des Aufgeblähtseins leidet die Lebensqualität.

Effektive Hilfe ist jetzt gefragt. Greifen Allgemeinmaßnahmen alleine nicht, empfiehlt die deutsche Leitlinie für die medikamentöse Behandlung akuter und chronischer Verstopfung beispielsweise die Wirkstoffe Bisacodyl, Natriumpicosulfat und Macrogol.

In Studien mit Bisacodyl und Natriumpicosulfat wurde nachgewiesen, dass diese die Lebensqualität verbessern. Dank der verschiedenen Darreichungsformen kann man den natürlichen Rhythmus des Körpers optimal nutzen: Es wird empfohlen, Dragées oder Tropfen am Abend einzunehmen. Sie können so planbar über Nacht wirken und am nächsten Morgen befreien – zu einer Zeit, in der die Darmtätigkeit nach der nächtlichen Ruhephase ganz natürlich angeregt wird und der Stuhlgang am leichtesten fällt. Wenn es schnell gehen soll, sind Zäpfchen eine gute Wahl, sie wirken bereits nach etwa 15 bis 30 Minuten.

Was kann man sonst tun, um den natürlichen Rhythmus der inneren Uhr wieder in den Takt zu bringen? Qualitativ guter Schlaf zum richtigen Zeitpunkt mit viel Licht am Tag und vollständiger Dunkelheit in der Nacht beeinflussen die Verdauung positiv. Und: Morgens genug Zeit für den Toilettengang einplanen.

(StadtSpiegel)