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Faire Entschädigung gefordert

Faire Entschädigung gefordert
Der Eingriff in die Felder beim Bau der Trasse ist erheblich. Weil die Kabel Wärme abgeben, müssen sie in Abständen von gut einem halben Meter zueinander verlegt werden. FOTO: Amprion GmbH / Frank Peterschröder
Stadt Willich. Im Januar hat der Dortmunder Netzbetreiber Amprion den Vorzugskorridor für die Gleichstromverbindung A-Nord zwischen Emden an der Nordsee und Meerbusch-Osterath vorgestellt, die auch Willich streift. Von Lutz Schütz

Sollte die Trasse zuvor zwischen Anrath und der A 44 sowie Schiefbahn und Willich Wekeln verlaufen, so wurde im Januar bekannt, dass das Willicher Stadtgebiet nur noch im Norden (entlang der A 44) und im Osten (zwischen Willicher Heide und Osterath) berührt werden soll. Auf jeden Fall wird die Trasse aber quer über die Felder einer Reihe von Willicher Landwirten verlaufen. Und diese möchten hierfür eine angemessene Entschädigung erhalten.

Deshalb hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer bereits im Herbst mit Vertretern der Landwirtschaft im Kreis Viersen über den Flächenverbrauch und die damit verbundenen Entschädigungszahlungen gesprochen. Im Koalitionsvertrag wurde dazu vereinbart: „Wir prüfen die Grundlage für eine finanzielle Beteiligung betroffener Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer an der Wertschöpfung des Netzausbaus, gegebenenfalls sind wiederkehrende Zahlungen eine Option.“

Damit aus der Prüfung ein konkretes Ergebnis wird, haben sich Schummer und zwölf weitere Bundestagsabgeordnete jetzt an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gewandt. Die mit der Energiewende notwendig gewordene Verbesserung von Transportkapazitäten für Gas und Strom in Deutschland halten die Abgeordneten für dringend geboten. Das Leitungsbauprojekt von Amprion bewirkt neben der Trassennutzung aber weiteren Flächenentzug für den naturschutzrechtlichen Ausgleich. Flächen, die den Landwirten gerade in Willich fehlen.

Die Abgeordneten fordern deshalb, Flächen im Zusammenhang mit der Energiewende grundsätzlich in der Klimabilanz zu berücksichtigen. Ziel müsse es sein, Klimaschutz nicht als Konkurrenz zum Naturschutz zu verstehen, sondern als Beitrag zum Erhalt der Natur und Artenvielfalt. Außerdem könnten durch eine bodenschonende Bauausführung und Rekultivierung die Eingriffe auf ein Minimum zurückgeführt werden.

„Um die Akzeptanz der von Amprion geplanten Leitung zu erhöhen, soll den Grundstücksbesitzern eine wiederkehrende Entschädigung gezahlt werden. Eine solche Regelung gibt es in Bayern. Dies ist auch fair, weil die Flächen nicht nur einmalig, sondern dauerhaft bereitgestellt werden müssen“, betont Uwe Schummer.

(Report Anzeigenblatt)